Entgegen den vorliegenden Prognosen der Wirtschaftsforscher hat die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg auch im Jänner 2012 weiter abgenommen. Ende Jänner 2012 waren beim AMS Vorarlberg insgesamt 9.137 Personen (5.285 Männer und 3.852 Frauen) arbeitslos vorgemerkt, um 531 bzw. 5,5% weniger als im Jänner des Vorjahres. Bei den Männern beträgt der Rückgang 4,4%, bei den Frauen 7,0%. 2.309 Personen befanden sich Ende Jänner 2012 in Schulungsprogrammen. Das sind um 207 oder 8,2% weniger als im Vorjahr.
Bundesweit hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Jänner 2011 um 8.443 oder 2,7% auf jetzt 318.027 zu-genommen. Mit +4,9% ist die relative Zunahme in Wien am höchsten, gefolgt von Salzburg (+4,6%), der Steiermark (+3,9%), Niederösterreich (+2,5%), Tirol (+2,1%), dem Burgenland (2,0%) und Kärnten (+1,0%). Nur in den Bundesländern Oberösterreich (-0,1%) und Vorarlberg (-5,5%) ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zurück gegangen.
Die Arbeitslosenquote liegt in Vorarlberg mit 5,7% deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (8,6%). Die Rückgänge bei den Arbeitslosenzahlen sind fast ausschließlich bei Personen im Haupterwerbsalter (-524 bzw. -8,6%) festzustellen. Bei den unter 25-Jährigen liegen die Vorgemerktenzahlen nur um 0,1% und in der Altersgruppe der über 50-Jährigen um lediglich 0,3% günstiger als im Vorjahr.
Zugenommen hat die Arbeitslosigkeit in den Hilfsberufen, in denen aktuell um 88 Personen (+4,9%) auf Jobsuche sind als im Vorjahr. Dagegen liegen die Arbeitslosenvormerkungen in den Bauberufen um 117 (-11,0%) unter dem Vorjahreswert, in den Metall- und Elektroberufen um 66 (-7,2%), in den Handelsberufen um 104 (-10,2%), in den Büroberufen um 155 (-11,8%) und in den Technikerberufen um 73 (-23,6%).
Die durchschnittliche Vormerkdauer betrug am Monatsende 84 Kalendertage und lag damit um 13 Tage bzw. 13,5% unter dem Niveau des Vorjahres. Die Vormerkdauer steigt mit dem Alter der arbeitslos vorge-merkten Personen. Während die unter 25-Jährigen im Durchschnitt lediglich 51 Kalendertage arbeitslos vor-gemerkt bleiben, sind es bei Personen zwischen 25 und 45 Jahren bereits 81 und bei Arbeitslosen über 45 Jahren sogar durchschnittlich 105 Kalendertage.
Die Zahl der sofort verfügbaren Stellenangebote lag Ende Jänner 2012 mit 1.473 um 82 bzw. 5,9% wieder über dem Niveau des Vorjahres. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Hilfsberufen ist deutlich zurück ge-gangen (-56 bzw. -37,8%), und auch in den Tourismusberufen (-43 bzw. -16,8%) und in den Technikerberu-fen (-42 bzw. -31,8%) liegt die Nachfrage klar unter dem Vorjahresniveau. Dagegen besteht immer noch ei-ne verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften in den Metall- und Elektroberufen (+115 bzw. +44,6%) und auch in den Handelsberufen (+41 bzw. +41,4%).
Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist aktuell mit insgesamt 248 (122 Burschen und 126 Mädchen) fast gleich hoch wie im Vorjahr (-1 bzw. -0,4%). Diesen Lehrstellensuchenden stehen 164 sofort verfügbare Ausbildungsplätze gegenüber, um 30 Lehrstellen bzw. 22,4% mehr als im Vorjahr.
Auf der heutigen Pressekonferenz stellten Anton Strini, Landesgeschäftsführer, und Bernhard Bereuter, stv. Landesgeschäftsführer des AMS Vorarlberg, das Arbeitsprogramm für 2012 vor. Das Management im AMS Vorarlberg geht aufgrund der aktuell vorliegenden Prognosen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit wieder leicht, im Jahresdurchschnitt 2012 voraussichtlich um rund 400 Betroffene ansteigen wird. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklung gelten die schon bisher verfolgten Schwerpunkte auch 2012, wenn auch mit leicht veränderten Detailfestlegungen.
Es geht im Service für Arbeitsuchende um die
- Verhinderung der Verfestigung von Arbeitslosigkeit durch Angebote von Vermittlung, Beratung und Schulung, damit Arbeitslosigkeit nicht länger dauert, als dies die Marktkräfte bedingen.
- die Sicherstellung der Effektivität von Schulungsmaßnahmen und
- die Qualifizierung von Frauen für Zukunftsbereiche
Die Bemühungen des AMS richten sich vor allem auf Personengruppen, die besondere Unterstützung für eine nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt brauchen. Das sind Jugendliche und junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf, Frauen, die nach der Babypause wieder am Arbeitsmarkt einsteigen wollen, ältere Arbeitslose und arbeitsmarktferne Personen, also solche, die aufgrund diverser Vermittlungshandicaps gefährdet sind, aus dem Beschäftigungssystem zu kippen oder gar nicht hinein zu kommen.
Arbeitsmarktpolitisches Ziel des Service für Unternehmen ist die weitere Steigerung des Einschaltungsgrades am Stellenmarkt. Gleichzeitig wird die längerfristige Strategie der Akquisition von Stellen mit höherem Qualifikationsniveau verfolgt, die Vermittlungsmöglichkeiten für Höherqualifizierte erleichtern und auch zur Imagehebung des AMS beitragen soll. Damit das gelingt, werden wir auch 2012 wieder mit mindestens 3.000 persönliche Kontakte mit Unternehmen absolvieren.
